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Information zur Pressekonferenz - Medien-Info Land Oberösterreich -
am 4. Oktober 2004 mit
Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer,
Landeskulturdirektor Hofrat Dr. Reinhard Mattes,
Hofrat Dr. Johann Lachinger und
Dr. Petra Maria Dallinger
zum Thema
"Wechsel an der Spitze des Adalbert Stifter Institutes Bilanz und Perspektiven"
Dr.Johann Lachinger:
Entwicklung des Stifterhauses zum Zentrum für
Literatur und Sprache in Oberösterreich
1983:
Mit dem Statut des Institutes von 1983 konnte der Aufgabenbereich des Adalbert-Stifter-Institutes von der Stifter-Forschung auf den Gesamtbereich der Literaturgeschichte Oberösterreichs von den Anfängen bis zur Gegenwart, mit Einschluss der Sprache, grundsätzlich erweitert werden. Dadurch wurde die Möglichkeit der Einrichtung eines außeruniversitären Germanistik-Institut für Oberösterreich eröffnet. Das bereits seit den frühen 1970er Jahren dem Institut angegliederte oö. Biographische Archiv wurde beibehalten und fortgeführt. Im selben Jahr wurden zahlreiche Schriftsteller-Nachlässe aus dem OÖ. Landesmuseum an das Institut transferiert (die Nachlässe von Franz Stelzhamer, Richard Billinger und Enrica v. Handel-Mazzetti befanden sich bereits hier), das OÖ. Literaturarchiv wurde etabliert.
1988 1992/93:
Das Haus wurde generalsaniert und für die Zwecke des Institutes adaptiert: Kostenpunkt: 21,2 Mill. S.
Einrichtung des OÖ. Literaturarchivs, des OÖ. Literaturmuseums in der ehemaligen Stifterwohnung und einer germanistischen Bibliothek mit Schwerpunkt auf A. Stifter und oö. Literaturgeschichte, und der Galerie im Stifterhaus mit gemeinsamer Nutzung mit der OÖ. Landesgalerie.
1988/89:
Sprachwissenschaft: Beginn des wissenschaftlichen Großprojekts "Sprachatlas von OÖ." unter Hermann Scheuringer und Stephan Gaisbauer, mit systematischer Erhebung der Dialekte in OÖ. und in den oö. Sprachinseln in Rumänien (Landler) und Karpato-Ukraine. Enrichtung des O.Ö. Spracharchivs als wissenschaftliche Forschungsstelle.
1992/93:
Beginn des Ausstellungs- und Literaturhausbetriebs (OÖ. Literaturhaus)
1997:
Neues Statut in dem Literaturvermittlung von Gegenwartsliteratur (Literaturhaus StifterHaus) einbezogen wird.
Seit 1992 hat das Stifterhaus mehr als 40 Literaturausstellungen gezeigt, beginnend mit der Darstellung der oberösterreichischen Literaturvereinigungen, mit der eine große Zahl von Gegenwartsautoren und -autorinnen in das neu eröffnete Stifterhaus herein geholt werden konnten, und so das Haus für die Gegenwartsliteratur geöffnet wurde. Die Leitung des Literaturhauses Stifterhaus lag von Anfang an in den Händen von Frau Dr. Regina Pintar. Seit 1992 ca. 600 Veranstaltungen mit insgesamt mehr als 1000 Autorinnen und Autoren aus Oberösterreich, dem deutschen Sprachraum, den angrenzenden mitteleuropäischen Ländern und Europa.
Die Ausstellungsthemen wurden so aufgeteilt, dass Dr. Lachinger die literarhistorische Schwerpunktsetzung vornahm: Die Ausstellung "Adalbert Stifter Schrecklich schöne Welt", gemeinsam mit Mag.Martin Sturm und dem oö. Landeskulturreferat konzipiert, konnte über seine Initiative außer in Oberösterreich und in Tschechien in Belgien, den Niederlanden, Deutschland, Polen, Russland und Italien, jeweils zweisprachig (mit zweisprachiger Ausstellungspublikation) gezeigt werden vorwiegend an Universitäten, sie war begleitet von Stifter-Symposien an mehreren ausländischen Universitäten (mit Publikation durch das Institut), - z.B. Antwerpen, Nischnij Nowgorod, Tschechien u.a..
Die Ausstellung über August Strindberg in Oberösterreich ging nach Stockholm (Strindberghaus) und zog die große Internationale August Strindberg-Konferenz, veranstaltet mit der Schwedischen Strindberg-Gesellschaft in Linz nach sich. Das Institut wurde 1998 mit dem schwedischen Strindberg-Preis ausgezeichnet. Ähnlich erfolgreich war die Ausstellung über Alfred Kubin und die Phantastische Literatur, die von Linz nach Wetzlar und Antwerpen ging (in Linz und Antwerpen Kubin-Symposien), die Ausstellung über Edward Samhaber und die österreichisch.-slowenischen Literaturbeziehungen in Ljubljana (mit 2 Buchpublikationen) und Johann Beer in Linz und Weißenfels in Sachsen-Anhalt (mit Tagung in O.Ö.).
Im Goethejahr 1999 konnte die zentrale Weimarer Goethe-Ausstellung "Goethes Morgenlandfahrten" mit Akzentuierung auf Marianne von Willemer nach Linz geholt werden. Weiters sind erwähnenswert: die Ausstellung Franz Kafka Hans Fronius (mit großem Bildband-Katalog), Hermann Bahr Mittler der europäischen Moderne" in Linz mit internationalem Hermann Bahr-Kongress (vom Institut publiziert) und natürlich zu Franz Stelzhamer 2002, mit Briefwechsel-Edition und mit Gastspiel in Wien.
2 Thomas Bernhard-Ausstellungen mit internationaler Reichweite.
Symposien und Tagungen:
Adalbert Stifter-Symposien in O.Ö. und im internationalen Raum
Linz 1982: A. St. Perspektiven aus Gegenwartsliteratur und Germanistik
London 1983: Adalbert Stifter heute
München 1986
Linz 1986 und 1989: A. St.: Studien zu seiner Rezeption und Wirkung
I: 1868-1930, II: 1931-1988
Freyung 1991 mit Stifter-Ausstellung
Linz 1996 und 2002: Linzer Tagung der wiss. Stifter-Edition
Krumau 2000: "Grenzüberschreitungen". Publikation in deutscher und tschechischer Ausgabe
Linz 2003: Stifter und Stifter-Forschung im 21. Jahrhundert
London 2003: Stifter and Modernism
Zu Kubin, Strindberg, Bahr, Beer usw. s. Ausstellungen
Int. Tagungen der Österr. Gesellschaft für Germanistik im Stifterhaus 1997 und 2002 (Lachinger Vorstandsmitglied)
Tagungen zu Sprache und Dialekt in Oberösterreich
Schloss Zell an der Pram: Sprache und Dialekt in Oberösterreich
Burg Neuburg/Inn b. Passau: Sprache an Donau, Inn und Enns
2003 Linz: 8. Bayerisch-österreichische Dialektologentagung
(alle publiziert vom Institut in der Reihe "Schriften zur Literatur und Sprache in Oberösterreich")
Publikationen des Institutes 1978 2004
Internationale Stifter-Forschung und o.ö. Literaturgeschichte:
Vierteljahresschrift 1978 1992 15 Jahrgänge. Hauptorgan der Stifterforschung und Interpretation
Jahrbuch 1994 2001 8 Jahrgänge, mit Publikation internationaler Symposien
Schriftenreihe Stifter-Forschung Folge 34 41 8 Bände Grundlagen der Stifterforschung
Schriften zur oberösterr. Literatur 3 Bände (Heinrich Suso Waldeck, G. Fussenegger, Franz Pühringer)
Schriften zur Literatur und Sprache in Oberösterreich 8 Bände (darunter 3 Bände Dialektologie; Bibliographie Gertrud Fussenegger,)
15 Ausstellungskataloge "Literatur im Stifterhaus" zu Literaturausstellungen
Lynkeus: Ein Rund- und Rückblick auf die österr. Literatur 5 Bände: 2000 2004
Mitherausgeber der wissenschaftlichen Adalbert-Stifter-Ausgabe in München (Band "Wien und die Wiener" und als Bandherausgeber für die Edition "Briefwechsel" vorgesehen).
Sprachatlas von Oberösterreich: bisher ca. 250 Sprachkarten gedruckt
Literaturarchiv
Bestand: ca. 45 Nachlässe und Teilnachlässe von Schriftsteller/inne/n und Gelehrten:
u.a. Franz Stelzhamer, Edward Samhaber, Richard Billinger, Enrica von Handel-Mazzetti, Hermann Friedl, Marlen Haushofer, Franz Kain, Christian Loidl, Alois Raimund Hein, Josef Bindtner, Moriz Enzinger (Stifter-Biographen)
Bücher und Dokumentationen aus Nachlässen: über F. Stelzhamer, Hermann Heinz Ortner, Edward Samhaber
Laufende Bearbeitungen: Enrica von Handel-Mazzetti, Hermann Friedl
2003 Einrichtung einer Homepage des Stifterhauses Internetauftritt.
2004 Ausbau des Dachbodens für Archivzwecke
Internationale Vortragstätigkeit (von Dr.Lachinger):
Vorträge über Adalbert Stifter, Nikolaus Lenau, Vormärzliteratur, Byronismus, Johann Beer und Barockliteratur, August Strindberg, Alfred Kubin und Phantastische Literatur, Marlen Haushofer, Gertrud Fussenegger, Alois Brandstetter, Thomas Bernhard und "Heimatliteratur" an Universitäten und Akademien in 12 europäischen Ländern und (4x) in den USA.
Im Bereich dieser Vortragsthemen liegen die meisten Publikationen Lachingers in in- und ausländischen Verlagen und Medien. Mehr als 50 Publikationen.
Lehrtätigkeit:
Univ.-Lektor für neuere deutsche Literatur am Institut für Germanistik
der Universität Wien 1967 1977 und 1983 2004.
Preise:
1976 Preis des Theodor-Körner-Stiftungsfonds
1984 Adalbert-Stifter-Medaille der Sudetendeutschen Landsmannschaft der BRD
1992 OÖ. Landeskulturpreis für Wissenschaft
Mitgliedschaften:
Österr. P.E.N.-Club
Österr. Gesellschaft für Germanistik (bis 2004 im Vorstand)
Vorstandsmitglied der Festwochen Gmunden
Veranstaltungen von Literaturreisen:
Stifterreisen, Goethe in Böhmen, Triest und Laibach (mit Stifter, Rilke, Joyce, Italo Svevo; Handke und slowenische Literatur etc.) ab 2005 auch: Goethes Italienische Reise Südtirol und Oberitalien.
Personalstand des Stifter-Institutes:
1978: 4 Bedienstete (insgesamt, davon 2 Akad.)
2004: 10 Bedienstete (davon 3 Akad.)
5 freie Mitarbeiterinnen im Wissenschaftsbereich, Anzahl wechselnd.
Dr.Petra Dalllinger:
Ziele und Zukunftsperspektiven
Das Adalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich versteht sich mit den beiden Teilbereichen wissenschaftliches Institut und Literaturhaus grundsätzlich als Serviceeinrichtung für Autorinnen und Autoren, für an Literatur Interessierte und für an der wissenschaftlichen Aufarbeitung der oberösterreichischen Literaturgeschichte Forschende.
Es gilt also, diesen Charakter des Hauses gerade auch in den Kernaufgabengebieten Dokumentation oö. Literatur und wissenschaftliche Aufarbeitung derselben, Präsentation zeitgenössischer (oö.) Literatur und Vermittlung der Bedeutung von Lesekompetenz und Literatur allgemein in Zukunft noch verstärkt im Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit zu verankern.
Als wichtigstes Ziel stellt sich somit zum einen die Entwicklung eines Profils
als eines auch (literatur)wissenschaftlich definierten Service-Centers dar, zum
anderen die entsprechende Bindung von alten und neuen Zielgruppen an das Haus.
Voraussetzungen
Die in der Vergangenheit von Hofrat Dr. Johann Lachinger und Dr. Regina Pintar geleistete Arbeit hat das Haus zu einer überregional renommierten wissenschaftlichen Institution gemacht und den Literaturbetrieb mit seinem breit gefächerten Veranstaltungsprogramm zu einem unverzichtbaren Teil des kulturellen Lebens im Land werden lassen.
Das besondere Potential des Hauses als integrative Brücke zwischen Literatur, Kunst und Wissenschaften zu fungieren lässt sich in der Person Adalbert Stifters gut veranschaulichen.
Aufbauend auf diesen hervorragenden Voraussetzungen und vor diesem Hintergrund kann das Stifter-Institut einer gesicherten Zukunft entgegengehen und an die Konzeption und Umsetzung einiger größerer Vorhaben denken. Neben der inhaltlichen Arbeit an eigenen Projekten soll insbesondere die Kooperation mit regionalen und überregionalen Kultur- und Bildungseinrichtungen weiter ausgebaut und offensiv verstärkt werden.
Innovationen im wissenschaftlichen Bereich
Publikationen
die "philosophisch-literarische-reihe"
die Rampe
Wesentliches Insturment zur Bekanntmachung sowohl des Hauses als auch des Literatur- und Wissenschaftsbetriebes sind neben den Veranstaltungen und Ausstellungen Publikationen, die vom Stifter-Institut selbst herausgegeben werden.
Das Stifter-Institut verfügt bereits über eine erstklassig eingeführte Produktpalette, die durch die Integration von zwei weiteren bereits bestehenden Reihen ergänzt wird: die "philosophisch-literarische-reihe", angesiedelt im Grenzbereich zwischen Wissenschaft und Literatur, publiziert seit nunmehr fünf Jahren Texte, die in Verbindung mit Projekten des Landes entstehen beziehungsweise in Auftrag gegeben werden. Nach erfolgreichen zehn Bänden zu Thomas sBernhard, Kinderkultur und oö. Autoren wird das Spektrum thematisch erweitert. (Geplant sind unter anderem Beiträge zur literarischen Übersetzung, zu Briefwechsel zwischen Künstlerinnen und vieles mehr).
Als Kooperationsprojekt mit der Landeskulturdirektion wird auch die Rampe nach ihren von Fritz Lichtenauer vorbildlich betreuten 30 Jahren Erfolgsgeschichte in Zukunft eine neue Heimat im Stifter-Institut finden. In Ergänzung zum bestehenden Konzept soll die Rampe noch stärker in den Kontext zeitgenössischer Literaturkritik gestellt werden. International anerkannte Rezensenten, Germanisten und Protagonisten des Literaturbetriebes sollen Hefte verantwortlich gestalten und ihre Position in Form von Essays vertreten. Damit wird die Rampe in Zukunft eine mögliche Lesart von Texten gewissermaßen schon mitliefern und die Diskussion über Literatur bereits im Heft selbst anregen.
Literarische (und andere) Raritäten im Stifter-Institut
Die Archive
Die sachgerechte Lagerung, Betreuung und Aufarbeitung literarischer Nachlässe oberösterreichischer Herkunft ist selbstverständlicher kulturpolitischer Auftrag. Im Umgang mit Archiv-Material entwickeln sich vielfältige Beziehungen zu anderen Einrichtungen ebenso wie Wechselwirkungen zwischen Produktion und Rezeption, Tradition und Avantgarde. Und nicht zuletzt fördert eine lebendige Auffassung der wissenschaftlichen Arbeit in einem Literaturarchiv auch internationale Kooperationen.
Das Stifter-Institut verfügt bereits jetzt über eine Reihe von Nachlässen, die weit über die Landesgrenzen Interesse in der Forschung erwecken. (Als Beispiel seien nur genannt das reichhaltige Material aus dem Nachlass der Enrica von Handel-Mazzetti, ein Manuskript der Marlen Haushofer, Nachlass Franz Kain, Christian Loidl usw.)
Mit dem Ausbau des Dachgeschosses kann die Übersiedlung von Nachlässen, die teilweise im Haus, teilweise in einem externen Depot untergebracht sind, voraussichtlich schon ab Jahreswechsel erfolgen. Die sich daraus ergebende Neuaufstellung weiterer Teilbereiche wird dem Literaturarchiv im Rahmen modernster technischer Standards eine räumlich klar strukturierte Ordnung geben und die Einrichtung von entsprechenden Arbeitsplätzen ermöglichen.
Eine weitere sehr erfreuliche Bereicherung erfährt das derzeit rund vierzig Nachlässe umfassende oö. Literaturarchiv durch die Übernahme des "Rampe Archivs" von der Landeskulturdirektion. Die Rampe, als literarische Zeitschrift des Landes vor 30 Jahren ins Leben gerufen, hat im Laufe ihrer langen, erfolgreichen Geschichte Primärtexte einer Vielzahl von bedeutenden Gegenwartsautorinnen und Autoren veröffentlicht. Das im Archiv gesammelte Material beinhaltet neben Autographen und Typoskripten auch die Korrespondenz mit den Autoren und dokumentiert die Geschichte dieser einzigartigen Zeitschrift des Landes Oberösterreich.
Damit gewinnt das Literaturarchiv im Stifter-Institut eine weitere Attraktion für Forschungsvorhaben im Bereich zeitgenössischer Literatur.
Für die kommenden Jahre ist der systematische und kontinuierliche Erwerb von (Einzel)Manuskripten aus dem Besitz oö. Autorinnen und Autoren (vorrangig von Preisträgerinnen und Preisträgern des Landes aktuell werden bereits Verhandlungen über den Vorlass von Prof. Dr. Gertrud Fussenegger geführt - ) vorgesehen, damit das Stifter-Institut weiterhin erste und selbstverständliche Adresse sowohl für die Autoren und ihr Werk als auch für alle an oö. Literatur Interessierte bleibt.
Das Spracharchiv soll, insbesondere mit seinem international viel beachteten Projekt "oö. Sprachatlas", verstärkt einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden; ebenso das Biographische Archiv und das Bildarchiv, die nach der Digitalisierung für eine ortsunabhängige Nutzung zur Verfügung stehen werden.
Eine Literaturgeschichte für Oberösterreich
Mit dem Projekt "OÖ. Literaturgeschichte" soll Oberösterreich als Land mit einem aktuell überdurchschnittlich hohen literarischen Potential Oberösterreich "exportiert" weit über Österreich hinaus Literatinnen und Literaten und weist eine besonders dichte heimische Literaturszene auf - in seiner literaturhistorischen Entwicklung dargestellt werden. Darüber hinaus wurde und wird das Land jedoch auch immer wieder zum "Schauplatz Literatur" sei es, dass bestimmte Landschaften Eingang in Werke der Weltliteratur gefunden haben, sei es, dass Regionen wie beispielsweise das Salzkammergut für Künstlerinnen und Künstler zum zweiten, inspirierenden Lebensmittelpunkt werden.
Eine oö. Literaturgeschichte wird so einen wesentlichen Beitrag zur umfassenden Aufarbeitung der Geistes- und Kulturgeschichte des Landes leisten und vielleicht auch ein wenig der aufgrund des Fehlens einer geisteswissenschaftlichen Fakultät unumgänglichen "Abwanderung" von wissenschaftlich Tätigen gegensteuern.
Das in seiner Endform mehrbändig angelegte Werk wird, konzipiert und betreut von einem Redaktionsteam, nicht an ein rein akademisches Publikum gerichtet sein, sondern soll ein gut lesbares, ansprechend gestaltetes Handbuch für eine möglichst breite Leserschicht sein.
Forschung und Lehre
Das Literaturarchiv (als materielle Basis) und die Arbeit an einer oö. Literaturgeschichte (als ein auf mehrere Jahre angelegter Prozess) werden dem Stifter-Institut ermöglichen, die Anbindung an universitäre Einrichtungen in Linz, Salzburg und Wien in Zukunft weiter zu intensivieren und zu gestalten.
Neben der zentralen wissenschaftlichen Beschäftigung mit Stifter, der Organisation von germanistischen Tagungen und Symposien, - Kernaufgaben des Stifter-Instituts, der Anregung, das vorhandene Material für Diplomarbeiten und Dissertationen zu nützen, wird die Kooperation mit germanistischen Instituten noch enger werden; so sollen beispielsweise Lehrveranstaltungen an Handschriftenmaterial vor Ort stattfinden.
Als mittel- beziehungsweise langfristige Vision könnte das Stifter-Institut im Rahmen von kulturwissenschaftlichen Studienlehrgängen eine aktive Rolle wahrnehmen.
Kinder- und Jugendliche für Literatur begeistern
Ein seit längerem angedachtes Projekt verstärkt Kinder und Jugendliche ins Haus zu holen soll als zeitlich abgegrenztes spezielles Literaturprogramm bereits im kommenden Jahr erstmals über die Bühne gehen. Erste Begegnungen mit Geschichten werden dabei schon den noch nicht Lesenden angeboten, im Rahmen von Erzähltheater und ähnlichen besonderen Darbietungsformen.
Ebenso soll eine zweite Zielgruppe, die innerhalb des Stammpublikums besonders stark vertretene Generation der über 60-Jährigen über den Besuch von Veranstaltungen hinaus zum Gespräch über Leben, Lesen und Schreiben angeregt werden. Das Angebot wird "literarische Salons", die Auseinandersetzung mit lebensgeschichtlichen Erinnerungen ebenso umfassen wie die Möglichkeit zu Begegnungen mit Autoren in "creative-writing"-Kursen und dergleichen.
Literatur zum Hören
"Literatur zum Hören" soll schließlich den Grenzbereich zwischen Theater und literarischer Lesung ausloten. Geplant sind hier in Kooperation mit anderen Einrichtungen "live-Hörspiele", die auch als CD produziert werden sollen.
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Entwicklung des Stifterhauses
zum Zentrum für Literatur und
Sprache in Oberösterreich:
Dr. Johann Lachinger:
1983
19881992/93
1988/89
1992/93
1997
Seit 1992
Ausstellungsthemen:
"A. Stifter Schrecklich schöne Welt"
"August Strindberg"
"Goethes Morgenlandfahrten"
"2 Thomas Bernhard-Ausstellungen"
Symposien und Tagungen
Publikationen d. Institutes 19782004
Int. Vortragstätigkeit (von Dr.Lachinger)
Lehrtätigkeit (von Dr. Lachinger)
Preise (von Dr. Lachinger)
Personalstand des Stifter-Institutes
Dr. Petra Dallinger:
Ziele und Zukunftsperspektiven
Voraussetzungen
Innovationen im
wissenschaftlichen Bereich
Literarische Raritäten / Die Archive
Eine Literaturgeschichte für Oö.
Forschung und Lehre
Kinder- und Jugendliche für
Literatur begeistern
Literatur zum Hören
Ein Fest für Johann Lachinger:
DER FREUNDSCHAFTSBUND
Großes Festspiel in drei kleinen Akten
von Christian Schacherreiter
Wanderwege auf Stifters Spuren
Panoramasteig-Beschreibung
Karte Panoramasteig
Adalbert-Stifter-Weg-Beschreibung
Karte Adalbert-Stifter-Weg
St. Stefan am Walde
Wegscheid
Kollerschlag
Ulrichsberg
Horní Planá
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