Stifter Aquarell Die Sonnen-
finsternis vom 08.07.1842
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Die Schulakten Adalbert Stifters. Graz - Wien 1955     11. Aug. 1999- Sonnenfinsternis
Schriftenreihe des Adalbert Stifter Institutes
des Landes Oberösterreich.

Folge 8. Die Schulakten Adalbert Stifters. Graz - Wien 1955. S. 236
Aldemar Schiffkorn (Hg.)

"Am folgenden Tag inspizierte ich die Schule in Lasberg. In derselben sind 150 Schüler, und zwar in der ersten Klasse 86, in der zweiten 64. Der Unterricht war bisher halbtägig in 3 Stunden, wird aber durch Beistellung eines Gehilfen von dem laufenden Herbst an die Möglichkeit gegeben werden, den ganztägigen Unterricht aufzunehmen. In religiöser und sittlicher Hinsicht ist gegen die Kinder keine Klage zu führen. Der Schulbesuch ist befriedigend. Die Ergebnisse des Unterrichts fand ich in besonderem Grad ausgezeichnet. Die Methode des Lehrers Heybal erschien mit sehr gut. Besonders ist in dieser Schule hervorzuheben, daß, obwohl der Lehrer als ein Böhme ein gebrochenes Deutsch spricht, die Kinder doch ein sehr reines, beinahe ein Bücherdeutsch sprechen. Ich belege diesen Umstand mit einem besonders nachdrücklichen Lob. Die Klassenkataloge fand ich in Ordnung.
Das Benehmen der Schüler war während meiner Anwesenheit sehr anständig, ruhig und aufmerksam. Das Lehrzimmer war in einem reinlichen und ordentlichen Zustand. Das religiöse, sittliche und patriotische Benehmen des Lehrers sowie sein Betragen gegen seine geistliche und weltliche Obrigkeit und sein Verhältnis zur Gemeinde wird mit Lob hervorgehoben. Über das Verhältnis des Lehrers und Gehilfen kann nicht berichtet werden, da der Gehilfe Reid eben erst eingetreten war. Das Verordnungsbuch fand ich in Ordnung, und es war auch mit einem Index versehen. Die Schulgelderhöhung ist durchgeführt worden. Die Fassion weist 125 fl. 36 Kr. reines Einkommen aus. Der Lehrer hat auch eine Sammlung, aber keinen Grund und Boden. Schulstiftungen sind nicht vorhanden. Eine Schülerbibliothek und eine Obstbaumschule bestehen nicht. Ich wirkte auf dem gewöhnlichen Wege auf Anlegung beider hin. Der weltlich Ortsschulaufseher wird als ein für seine Pflicht eifriger Mann geschildert. Er hat auch keine Klage über die Schule zu führen. Das Gebäude erscheint mir in mehreren Beziehungen nicht zweckmäßig. Obwohl schon älter, ist es doch nicht ausgebaut. Es fehlt derzeit an einem Gehilfenzimmer. Die Lehrerwohnung ist feucht, ihr Fußboden liegt tiefer als die Oberfläche des Grundes außerhalb des Schulgebäudes. Die Aborte sind außerhalb des Gebäudes an dasselbe angebaut. Ich erlaube mir in Beziehung dieses Gebäudes einen von diesem Bericht abgesonderten Antrag ehrfurchtsvoll vorzulegen. Ich fand mich veranlaßt, ehe ich die Schule in Lasberg verließ."

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