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Rundblick auf österreichische Literatur   
Lykeus 1999
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LykeusLykeus 2002
Vorwort
von Christian Schacherreiter
Linz, am 1. März 2001

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Anmerkung - Dank

Lykeus

Als im Jahr 2000 "Lynkeus 1 " als Pilotprojekt mit vagen Zukunftsaussichten erschien, schrieb HR Dr. Johann Lachinger, der Direktor des Adalbert-StifterInstituts, in seinem Vorwort: "Diese Literatur-Postille soll bei guter Aufnahme ihre Fortsetzung finden." Nun, sie hat ihre Fortsetzung gefunden, und so können wir der Kulturöffentlichkeit zum zweiten Mal ein kleines Jahrbuch der österreichischen Literatur übergeben. Die Struktur von "Lynkeus 1 " hat sich im Großen und Ganzen bewährt. Wir haben sie daher beibehalten. Sie finden auch in "Lynkeus 2" wieder Rezensionen zu fünfzig Neuerscheinungen Kritiken zu Uraufführungen von Bühnenwerken und Hinweise auf neue Hörspiele österreichischer Autorlnnen. In einem Kapitel werden wesentliche Aspekte des gesellschaftspolitischen und literarischen Diskurses österreichischer Autorinnen und Autoren auszugsweise dokumentiert. Und auch zur Gratulation und zur Trauer war in diesem Jahr wieder mancher Anlass. Aufgefallen ist uns, dass die mediale Berichterstattung über die Verleihung von Literaturpreisen ein wenig dürftig war. Dass an dieser Stelle auch bei uns Lücken zu finden sind, ist eine Folge dieses Defizits.    nach oben

Die Lynkeus-Redaktion, der im Jahr 2000 wieder Erich Brandl, Petra Dallinger, Jürgen Heib, Regina Pintar und Markus Kreuzwieser angehörten, stützt sich bei ihren Beobachtungen vor allem auf Medien, die für die literarische Öffentlichkeit von maßgeblicher Bedeutung sind, also auf Feuilletons, Literaturzeitschriften und das Rundfunkprogramm Öl. Nicht wir bestimmen also in erster Instanz die Auswahl, sondern die selektierenden Medien. Die Erwähnung oder Nichterwähnung in "Lynkeus" sagt also nichts über die Qualität des jeweiligen literarischen Textes aus; wir dokumentieren lediglich seine Berücksichtigung im maßgeblichen Diskurs.    nach oben

Ein besonderes Anliegen sind uns die Lynkeus-Essays, also die Exklusivbeiträge von Literaturwissenschaftlern, Kritikern oder anderen Menschen, die sich mit österreichischer Literatur kompetent beschäftigen. Leider mussten diesmal zwei Beiträger sehr kurzfristig absagen, sodass wir den Ausfall nicht mehr kompensieren konnten. Umso herzlicher bedanken wir uns bei Daniela Strigl und Klaus Zeyringer für ihre Beiträge.
Klaus Zeyringer spricht in seinem Essay einmal vom "Autismus" der österreichischen Literatur, und ich frage mich im Anschluss an diesen Begriff selbstkritisch, ob nicht auch ein in Oberösterreich produzierter Jahresrückblick auf die österreichische Literatur Ausdruck dieses Phänomens sein könnte. Die Antwort auf diese Frage überlasse ich unseren Kritikern. Die Intention des Unternehmens ist freilich eine andere. Wir suchen weder selbstquälerisch nach der "österreichischen Seele" noch patriotisch nach der "nationalen Identität'. Wir wollen lediglich das literarische Leben in einer kulturell interessanten europäischen Region dokumentieren.    nach oben

Hofrat Dr. Lachinger (und auch der überaus kulturfreundlichen oberösterreichlschen Landesregierung) sei dafür gedankt, dass dieses aufwändige Unternehmen am Linzer StifterHaus ermöglicht wird. Für die unentbehrliche organisatorische Unterstützung danke ich Erich Brandl und Regina Pintar. Dass "Lynkeus 2" erscheinen konnte, macht der Redaktion Mut - Mut für "Lynkeus 3", den Rund- und Rückblick auf die österreichische Literatur des Jahres 2001. Und noch eine letzte Anmerkung: Wir befinden uns (immer noch) in einer orthografischen Übergangszeit. In unseren Quellen findet man teilweise die alten, teilweise die neuen Schreibweisen. Wir haben den Willen der jeweiligen Medien und Autor/-innen respektiert.    nach oben